Freitod, JA BITTE!

129/365 – Foto des Tages:

                                               ~~~~ immer wieder schön!~~~

Nun konnte man lesen, das sich Gunther Sachs erschossen hat. Na gut, ich hab mit ihm nicht viel am Hut, er gehörte einer ganz anderen Welt an… aber darum gehts es heute auch nicht..

Er erschoß sich, weil er Alzheimer drohte zu bekommen… so hab ich das verstanden… und er wollte seine Würde nicht verlieren. UND DA sind wir ganz auf einem Nenner. Die Vorstellung, irgendwann hilflos dahin zu siechen ist mir schon seit frühester Jugend eine große Angst.

Ich möchte nicht geistig und körperlich dahinvegetieren, gewickelt und ruhig gestellt… ohne jede Würde, ohne Respekt und ohne jede Scham-

Ich WILL selbst bestimmen, wann es genug ist und ich WILL dann verdammt noch mal eine Möglichkeit haben, die mir das auch erlaubt. ( Nein, ich will mich nicht vor den Zug werfen oder mit dem Wagen vor eine Wand fahren und das ich mir die Pulsadern aufschneide, geht gar nicht…)

Ich möchte einfach friedlich einschlafen. So wie ich das hundertfach bei den Tieren erlebt habe (und wo ich jedes Mal die finale Entscheidung getroffen habe und sie war immer richtig!!!). Eine tiefe Sedierung, die dann zum Herzstillstand führt… und zwar rasch. 

Wie kann es sein, das ich mein ganzes Leben selbst bestimmt lebe, aber wenns um meinen Tod geht soll ich mich fremd bestimmen lassen???

Fern aller eigentümlichen Anschauungen, will ich das Recht haben meinen Todeszeitpunkt zu bestimmen. 

Einwände lasse ich da nicht gelten. (soll aber natürlich jeder Mensch selbst bestimmen, keiner soll zu irgendwas gezwungen werden.) 

Ich für meine Person will auf keinen Fall auf die körperliche Pflege angewiesen sein… ich für meine Person möchte nicht ohne meinen Geist leben müssen, ich fordere für mich das RECHT in Würde abzutreten.

Wie kann eine Gesellschaft sich erdreisten zu bestimmen, wie und wann man sterben darf? Ich habe sie gesehen, wie sie da liegen diese Alten/Kranken, würdelos, ohne ein Quentchen von Hoffnung und Lebensqualität werden sie bis zum bitteren Ende aufbewahrt.

 Immer mehr medizinische Dinge kommen an ihnen zum Einsatz, ob der Mensch das will oder nicht. Er hat kein Mitspracherecht mehr ab einem gewissen Punkt, dann entscheiden Ärzte, Angehörige und notfalls Richter.

Meine Hoffnung ist, das sich das System nicht mehr lange bezahlen läßt, denn das ist die einzige Sprache, die verstanden wird … das GELD! Schon jetzt ist diese Art der Pflege bis zum Tod nicht mehr zu finanzieren und vor allem nicht mehr zu bewältigen, denn wer will sie machen diese Arbeit?

…und es werden immer und immer mehr… die geburtenstarken Jahrgänge kommen erst noch!

Warum also nicht ganz neu definieren und ganz neu denken…?

Wer so lange leben will, bis er jede Würde verloren hat, oft sehr qualvolles erdulden muß und zu einem greinendem Kleinkind geworden ist… bitte-

Aber wer sagt, ich will das nicht, der muß die Möglichkeit eines würdevollen Sterbens erhalten. Vor allem sollte man in geistig fitten Zeiten seinen Willen kundtun, der dann allerdings auch bindend Beachtung finden müßte.

Ich hab mich schon sehr lange mit dem Tod und dem Sterben beschäftigt, gehört es doch zum Leben dazu… und ich bin auch nicht lebensmüde… und ich habe keine Angst davor!

Angst habe ich nur davor, von den sogenannten “guten” Menschen zu Tode gequält zu werden. Und diese Angst ist ja in unserer Gesellschaft nur zu berechtigt. Ich fordere das Recht für mich “NEIN” zu sagen!

Ansonsten werde ich mal anfangen angenehme, sichere ”Todesarten” zu sammeln…

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12 Kommentare

  1. Hallo Petra,

    ein interessantes und ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Entscheidung zu treffen, in Würde abtreten zu wollen, ist eines. Wenn man es selbst tun kann, dann ist es der eigene Wille. Wem aber willst Du aufbürden die Maschinen etc. abzustellen, wenn Du es nicht mehr selbst tun kannst? Wer soll für Dich die Entscheidung treffen, dass genau jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Dein Leben menschenunwürdig, nicht mehr zu retten, nicht mehr lebenswert (usw.) ist? Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland nicht erlaubt. Das könnte auch rechtliche Konsequenzen, von den psychischen einmal abgesehen, für denjenigen haben, der es ausführen soll.

    Ich stimme Dir zu, dass kein Mensch (mich eingeschlossen) in einem Pflegeheim / Krankenhaus dahin vegetieren möchte, vergessen in Fluren oder Räumen, umsorgt von Personal, das eigentlich keine Zeit hat.

    werkstattschreiber

    Antwort
    • Ich habe das im einzelnen für mich schon lange festgelegt und ich schreibe …WEIL es hier nicht erlaubt ist und daran muß sich was ändern!

      Ich persönlich habe keine Problem solche Entscheidungen zu trefen, wie ich es ja in den letzten 30 Jahre immer wieder getan habe. Wenn wenn man seine Eigenliebe und seine persönlichen Befindlichkeiten hinten anstellt und nur an den Anderen denkt, dann geht das. Man muß sorgfältig abwägen, wie es um ihn steht, und vor allen, was er gewollt hätte. Leicht ist es nicht, aber machbar.

      “Aufbürden! ??? auch so ein Wort…und deshalb läßt man Menschen teilweise über lange Jahre dahinsiechen… nur weil sich niemand etwas “aufbürden” mag?
      (Ich liebe solche Wörte und ich liebe ganz besonders Leute die sich dahinter verstecken. Mein Gott, wenn ich es mir immer so leicht gemacht hätte…)

      LG, Petra

      Antwort
  2. Da muß ich länger drüber nachdenken – auch und weil ich eine ähnliche Meinung habe – ehe ich etwas dazu schreibe.

    Antwort
  3. Ok, wenn du die sicheren Todesarten gefunden hast, dann kann ich alternativ etwas aussuchen, möchte auch kein dahinvegetierender Pfegefall werden.

    GLG Marianne ♥

    Antwort
    • Hab ich auch noch nicht gefunden…
      Aber es wäre doch sehr beruhigend, wenn man wüßte, falls es ganz schlimm kommt, das da eine Möglichkeit bestehet.
      LG, Petra

      Antwort
  4. Bin auch der Meinung, wenn keine Lebensqualität mehr besteht und auch keine Besserung in Aussicht ist sollte jeder selbst entscheiden können, ob der diesen Zustand fortsetzen oder beenden möchte.

    LG Soni

    Antwort
    • Ich hoffe wirklich, das sich die Gesetze dahin ändern werden… wenn man das bei den Tieren sieht, wie friedlich sie einschlafen dürfen (natürlich nur, wenn der Mench in seiner Eigenliebe das nicht zu lange heraus zögert)
      LG, Petra

      Antwort
  5. waltkaye

     /  10. Mai 2011

    Prima… ich sehe das auch so.

    @fudelchen: eine absolut sichere Todesart, die gibt es vermutlich nicht (doch: einfach sterben). Aber man kann die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, deutlich erhöhen, z.B: durch Kombination.

    Antwort
  6. Volle Zustimmung. Gestern habe ich einen Kurzfilm gesehen: Dunkelrot heißt der: http://www.zeit.de/kultur/film/2011-05/wendland-kurzfilm-dunkelrot
    Da dachte ich, nee so nicht, hoffentlich kriege ich vorher die Kurve in die nächste Inkarnation. Alles Liebe Karin

    Antwort
  7. Liebe Petra,

    sehr interessant dein Eintrag.
    Noch habe ich alle körperliche Freiheit alles und jedem davon zu laufen, was ist aber wenn das Blatt sich wendet, eben das löst in mir ein beklemmendes Gefühl aus. So wie es der Gunther Sachs getan hat, gehört Mut dazu, ich denke schon. Aber diese Ausweglosigkeit die ich mir jetzt einfach noch nicht vorstellen mag ist eine grausame, dann kommt die Frage auf, wie lange können wir unser Leben noch von eigener Hand steuern, sind wir nicht alle auf dem Weg in eine Hilflosigkeit….wo einem dann andere Menschen helfen müssen um den Rest des Lebens zu bewältigen.
    Ein nicht gerade angenehmer Gedanke ALT und KRANK zu werden.
    Ich weiß nicht wie ich tun werde, wenn es mal so ist.
    Mut….sich das Leben zu nehmen, oder ist doch immer der Gedanke in einem, ich bin hier auf der Erde nur Gast und will es solange wie möglich bleiben. Mensch, der Eintrag hat mich richtig berührt, vielen Dank :-)

    Liebe Grüße, Fred

    Antwort

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